Wie ich arbeite

Stefan DresslerUrsprünglich beheimatet in den tiefenpsychologisch fundierten Verfahren (psychodynamische Psychotherapie, Gesprächspsychotherapie) habe ich im Laufe meiner langjährigen Erfahrungen in der Arbeit mit Klienten mehr und mehr erfahrungs– und prozessorientierte Verfahren in meine Arbeit integriert: Gestalttherapie, systemisches Familienstellen, Theaterarbeit mit der inneren Bühne usw..

Ich biete heute im Wesentlichen eine Psychotherapie an, die die innere Erfahrung, also Gefühle und Körper, und das „Hier und Jetzt“ der Therapiestunde in den Mittelpunkt stellt. Und die das Heilungspotential umfassenderer Erfahrungen aus persönlichen, kollektiven und spirituellen Bewusstseinsebenen jenseits der religiösen Orientierung mit einbezieht und diese Erfahrungen als ein wesentliches menschliches Grundbedürfnis ansieht.

Das Besondere an meiner Arbeit ist neben der Fokussierung auf die Ebene der Emotionen die innere Arbeit mit dem, wie ich es nenne, „Zentralen Drama“. (siehe auch Essence of Heart-Weiterbildung).

Meine innere Grundhaltung ist grundlegend humanistisch und transpersonal orientiert:  Jeder Mensch will innerlich wachsen und sich entfalten. Bis zu seinem Tod. Und: Die menschliche Existenz ist Ausdruck einer grundlegenden Polarität im Menschen, vor allem einer inneren Spannung zwischen dem, der ich sein sollte (das Alte System der Herkunftsfamilie) und dem, der ich wirklich bin (die Essenz). In der psychotherapeutischen Arbeit geht es für mich einmal darum, sich immer mehr der eigenen wesentlichen Polaritäten bewusst zu werden – in mir, im Familiensystem, im Job und im Alltag.  Und zum anderen, mehr und mehr aus dem Seelenkern zu leben, aus der Essenz, dem Herzen und der zu werden, der ich in meiner Tiefe bin.
Begriffe wie Krank-sein und Krankheit in Bezug auf psychische Störungen relativieren sich aus dieser umfassenderen Sicht, sie sind aus meiner Sicht weit eher Ausdruck innerer Blockaden.

Ein Herzensanliegen ist für mich gelebte Authentizität, also das zu leben, was ich lehre und worin ich meine Klienten unterstütze. Das verliere ich zwar immer wieder, aber daran richte ich mich innerlich aus und ich habe gelernt, dass das sich darin Irren, Verlieren und Scheitern fast noch wertvoller ist – wenn ich wage, das wahrzunehmen und in den Kontakt zu bringen.

Gefühle sind für mich der Schlüssel zum Mensch-Sein. Nichts lässt uns so sehr Lebendigkeit fühlen wie Gefühle. Nicht die Gedanken sind es scheinbar, die unser Handeln und unser Sein im Alltag bestimmen, sondern unser Herz, unser Fühlen. Und nichts sorgt im Mensch-sein für so viel Konflikte wie Unklarheiten oder Blockaden in unseren Gefühlen. Das Fühlen, die gefühlte Erfahrung geht immer von unserem Herzen aus: Das Herz und seine verschiedenen Erfahrungsebenen (bis hin zum Erfahren der spirituellen Dimension) sind für mich das Wesentlichste im Leben.  Nur das Herz kann innere und äußere Spaltungen überwinden –  und wirkliche Verbundenheit kann nur über das Herz, das Fühlern erlebt werden. Wenn Einsamkeit aufgrund meiner Vorgeschichte ein schwieriges Gefühl ist, vor dem ich innerlich davonlaufe, löst es sich in der Tiefe nicht dadurch auf, indem ich unter Menschen gehe. Sondern letztlich nur dadurch, indem ich sie ganz zu fühlen wage, mit allem, was daran hängt. Paradoxerweise, und darin liegt die Weisheit des Herzens, beginne ich erst dann, mich verbunden zu fühlen, erstmal mit mir und dann auch mit anderen.

Ein wichtiges Anliegen in meiner Arbeit ist es sicherlich auch, im beruflichen Feld Spaltungen zu überwinden und Polaritäten zu verbinden: als Psychiater und Psychotherapeut mit einer klassischen Ausbildung fühle ich mich einerseits mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen der modernen Psychotherapie– und Psychologieforschung verbunden. Auf der anderen Seite bin ich mir aufgrund meiner eigenen Erfahrungen und der langjährigen Arbeit mit veränderten/erweiterten Bewusstseinszuständen mehr und mehr der umfassenderen, kollektiven und spirituellen, Dimensionen des menschlichen Seins bewusst geworden. Diese beiden Seiten gilt es miteinander zu verbinden. Oft genug finden wir im therapeutischen Feld entweder nur den einen oder den anderen Pol mit Ablehnung oder Ignorieren des gegenüberliegenden Pols. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass nur die Einbeziehung aller Ebenen des menschlichen Bewusstseins fundierte Antworten auf derzeit drängende Fragen im Bereich der seelischen und körperlichen Gesundheit finden kann.